DPI der Maus herausfinden und einstellen

DPI der Maus herausfinden und einstellen

Die Empfindlichkeit einer Computermaus wird häufig über den sogenannten DPI-Wert beschrieben. Dieser Wert gibt im Prinzip an, um wie viele Pixel der Mauszeiger am Bildschirm verschoben wird, wenn die Maus um einen Zoll (2,54 cm) auf ihrer Unterlage bewegt wird. Ein hoher DPI-Wert bedeutet, dass der Mauszeiger schon bei kleinen Bewegungen schnell über den Bildschirm wandert, während ein niedriger Wert für eine langsamere und ruhigere Steuerung sorgt. Wer genauer verstehen möchte, was der DPI-Wert technisch bedeutet und wie er sich auf die Maussteuerung auswirkt, findet eine ausführlichere Erklärung im Artikel „Was bedeutet DPI bei einer Maus?„. Dort werden die Grundlagen und Zusammenhänge erläutert, bevor wir in diesem Artikel den Fragen nachgehen, wie sich die DPI-Werte herausfinden und einstellen lassen.

DPI der Maus herausfinden

Die schlechte Nachricht zuerst: Windows selbst zeigt den exakten DPI-Wert einer Maus nicht an. Das Betriebssystem bietet nur eine allgemeine Einstellung für die Zeigergeschwindigkeit in verschiedenen Stufen. Wer den genauen DPI-Wert seiner Maus ermitteln möchte, muss daher auf andere Methoden zurückgreifen, etwa auf Software des Herstellers oder auf manuelle Messungen.

Software des Herstellers

Viele moderne Mäuse werden mit eigener Software ausgeliefert, zum Beispiel Logitech G Hub oder Razer Synapse. Diese Programme zeigen in der Regel die aktuell konfigurierten DPI an und ermöglichen es, verschiedene DPI-Stufen einzustellen und in Profilen zu speichern. Bei Mäusen mit integriertem Speicher können diese Einstellungen sogar direkt auf der Maus abgelegt werden, sodass sie auch ohne installierte Software erhalten bleiben.

Beispiel: Software der vertikalen Maus von Zelotes – bis zu fünf DPI-Stufen zwischen 200 und 10000 DPI können konfiguriert werden.

Stufen aus Datenblatt / Bedienungsanleitung herauslesen

Einige Modelle besitzen zudem einen speziellen DPI-Schalter, mit dem sich zwischen voreingestellten Empfindlichkeitsstufen wechseln lässt, etwa zwischen 800, 1600 und 2400 DPI. Der genaue Wert dieser Stufen ist meist in der Bedienungsanleitung oder in einem Datenblatt angegeben.

Manuelle DPI-Messung

Eine weitere Möglichkeit bieten Online-DPI-Rechner. Diese Tools funktionieren, indem man die Maus über eine bestimmte Strecke auf dem Mauspad bewegt – das Tool trackt dabei wie weit sich der Zeiger auf dem Bildschirm verschiebt. Daraus lässt sich der ungefähre DPI-Wert berechnen. Die Methode ist allerdings umständlich, da sie eine präzise Messung mit einem Lineal oder Maßband erfordert und folglich leicht zu ungenauen Ergebnissen führen kann. Für eine zuverlässige Angabe ist daher das Datenblatt oder die Software des Herstellers die bessere Wahl.

DPI Analyzer - Online-Tools zur DPI-Messung
Online-Tools ermöglichen eine DPI-Messung – allerdings nur, wenn man ein Maßband zur Hand hat
(Screenshot: mousedpianalyzer.com)

Wozu überhaupt den DPI-Wert ermitteln?

Der genaue DPI-Wert einer Maus ist vor allem dann interessant, wenn man Einstellungen vergleichen oder auf ein neues Gerät umsteigen möchte. Wer zum Beispiel von einer alten auf eine neue Maus wechselt, kann durch das Ablesen des bisherigen DPI-Werts sicherstellen, dass sich das neue Modell möglichst ähnlich anfühlt. Auch im professionellen oder spielerischen Bereich kann es nützlich sein, die eigene Empfindlichkeit zu kennen, um sie auf anderen Systemen oder in unterschiedlichen Programmen zu reproduzieren.

Im Alltag ist der konkrete DPI-Wert allerdings oft weniger entscheidend, als man zunächst vermuten könnte. Wichtig ist nicht die Zahl selbst, sondern das Bewegungsgefühl, das sie erzeugt. Zwei Personen mit identischen DPI-Einstellungen können die Maus völlig unterschiedlich wahrnehmen, abhängig von Gewohnheit, Griff, Sitzhaltung, Größe der Unterfläche und dem individuellen Nutzungsstil. Letztlich sollte der DPI-Wert also nicht als feste technische Größe verstanden werden, sondern als Orientierung, um ein angenehmes und gesundes Bediengefühl zu finden. In vielen Fällen ist es dafür aber gar nicht notwendig, den genauen DPI-Wert zu ermitteln – es reicht stattdessen aus, sich über die Einstellungen zur Zeigergeschwindigkeit im Betriebssystem an das richtige Setting heranzutasten.

DPI der Maus in Windows 11 einstellen

In Windows lässt sich der DPI-Wert einer Maus nicht direkt einstellen, aber das Betriebssystem bietet eine stufenweise Regelung der Zeigergeschwindigkeit. In Windows 11 finden Sie dazu unter „Einstellungen -> Bluetooth und Geräte -> Maus“ eine Option mit dem Titel „Mauszeigergeschwindigkeit“. Hier können aus einer von 20 verschiedenen Stufen wählen, wobei 1 langsam und 20 schnell bedeutet.

DPI in Windows 11 einstellen
DPI in Windows 11 einstellen: Das Betriebssystem bietet 20 Geschwindigkeitsstufen

DPI der Maus in Windows 7/8/10 einstellen

Bei älteren Windows-Versionen gibt es die praktisch gleiche Einstellung unter den Mauseigenschaften bei den „Zeigeroptionen“. Im Bereich „Bewegung“ gibt es hier außerdem noch die Option zur „Zeigerbeschleunigung“. Diese Funktion sorgt dafür, dass der Mauszeiger je nach Bewegungsgeschwindigkeit unterschiedlich stark reagiert. Da die Option standardmäßig aktiviert ist, sind die meisten Nutzer diese Beschleunigung gewohnt. Wer jedoch eine feste Empfindlichkeit ohne Beschleunigung sucht, kann die Option hier deaktivieren.

DPI in Windows 7/8/10 einstellen
DPI in Windows 7/8/10 einstellen: Zeigergeschwindigkeit in den Mauseigenschaften

Das Menü lässt sich übrigens auch in Windows 11 noch aufrufen, indem man bei den Mauseinstellungen auf „Zusätzliche Mauseinstellungen“ klickt.

Den passenden DPI-Wert finden und sich daran gewöhnen

Den idealen DPI-Wert für die eigene Maus zu finden, ist keine Frage technischer Perfektion, sondern des persönlichen Empfindens. Ein zu hoher Wert kann die Präzision mindern und leicht zu einer verkrampften Handhaltung führen. Ein zu niedriger Wert wiederum erfordert übermäßige Armbewegungen, die auf Dauer ermüden können. Ob beim Arbeiten, Surfen oder Spielen – Ziel ist ein passendes Gleichgewicht zu finden.

Bei der Umstellung auf einen neuen DPI-Wert ist es empfehlenswert, sich langsam heranzutasten. Das Muskelgedächtnis spielt dabei nämlich eine entscheidende Rolle – über lange Zeiträume hinweg gewöhnt sich die Hand an die Bewegungsabläufe. Wird der DPI-Wert stark verändert, fühlt sich jede Bewegung folglich ungewohnt an. Durch kleine Schritte ist es aber möglich, das Muskelgedächtnis langsam und ohne große Leistungseinbußen anzupassen, sodass die Hand sich Schritt für Schritt an das neue Bewegungsgefühl gewöhnt.

Autor

Christoph Berger

Hi, mein Name ist Christoph Berger. Ich bin Informatiker und Vielschreiber und verbringe sowohl beruflich, als auch privat viel Zeit am Computer. Dabei habe sehr bald bemerkt, dass Ergonomie am Arbeitsplatz ein enorm wichtiges Thema für mich ist... (mehr erfahren)